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Keylab Glastechnologie

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Postconsumer Recycling

Glas steht wie kaum ein anderer Werkstoff für Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit, weist es neben Stahl doch die höchste stoffliche Recyclingrate auf. Die Rückführung von Altglas in den Glasschmelzprozess führt zu einer deutlichen Verringerung des Energie- und Ressourcenbedarfs der glasverarbeitenden Industrie.

Im Bereich der Behältergläser ist in Deutschland der Wertstoffkreislauf nahezu geschlossen und es werden bereits Recyclingquoten bis zu 90 % erreicht. Jedoch ist hier Altglas nicht immer gleich Altglas, was Risiken für das wünschenswerte Schließen des Wertstoffkreislaufes birgt. So kann es im Zuge der Wiederverwertung zu einer Vermischung verschiedener Gläser kommen, beispielsweise durch Fehleinwürfe. Insbesondere eine Kontamination des Altglases durch schwermetallhaltige Gläser, wie Bleiglas, kann ohne zuverlässige Kontroll- und Aussortierverfahren zu einer unerwünschten Akkumulation der Schwermetalle im Behälterglas führen. Um dem effektiv entgegenzuwirken, arbeitet das Keylab Glastechnologie in laufenden Projekten zusammen mit Industriepartnern an der Weiterentwicklung und Verfeinerung solcher Detektionsverfahren.
Neben der Trennung der Rohstoffströme stellt auch die Rückgewinnung der Schwermetalle als wichtige Rohstoffe ein weiteres Forschungsfeld am Keylab Glastechnologie dar. Hierzu werden ausführliche Untersuchungen insbesondere zu Flüssig-Flüssig- bzw. Gas-Flüssig-Extraktionsverfahren durchgeführt, mit denen Rückgewinnungsraten von Bleioxid von über 90 % im Postconsumer-Glas realisiert werden konnten.  

Die gewonnenen Erkenntnisse werden nicht nur in nahezu geschlossenen Stoffkreisläufen kurzlebiger Behältergläser eingesetzt. Das Keylab Glastechnologie erforscht und erweitert die Anwendungsmöglichkeiten dieser Technologien auch im Bereich der Aufreinigung und des Upcyclings sekundärer Glasrohstoffe und langlebiger Postconsumer-Gläser, wie Flachglas.   

Durch die praxisnahe Forschung werden Risikopotenziale durch eine Akkumulation giftiger Stoffe, wie Schwermetalle, in Gläsern abgebaut und gleichzeitig einer Dissipation dieser oftmals wertvollen Rohstoffe im Glaskreislauf entgegengewirkt. Die erhöhte Qualität des recycelten Glases kann zudem die Akzeptanz dieser wertvollen Sekundärressource in anderen Bereichen der Glasindustrie erhöhen.


Verantwortlich für die Redaktion: Daniel Leykam

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